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Die Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Suchtmedizin

Nicht nur die EU und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) propagieren die Behandlung der Hepatitis C bei suchtkranken Menschen. Auch die deutschen medizinischen Fachgesellschaften DGS (Suchtmediziner) und DGVS (Gastroenterologen) haben Leitlinien verabschiedet, die sich mit diesem Thema beschäftigen.

Laut den Leitlinien der DGS (Deutsche Gesellschaft für Suchtmedizin) aus dem Jahr 2007 ist eine stabile Substitution die wichtigste Voraussetzung für eine Hepatitis C-Therapie bei Suchtpatienten. Dabei stellt die Substitutionsbehandlung sogar ein besonders günstiges Setting für die Hepatitis-C- Therapie dar. Prävention und Behandlung sind bei der Hepatitis C sehr wichtig, um die Weitergabe des Virus beziehungsweise zu vermeiden und um Folgeerkrankungen bei den Betroffenen zu vermeiden – insbesondere bei Substitutionspatienten. Eine interdisziplinäre Kooperation von Hepatologen, Psychiatern und Suchtmedizinern wird empfohlen.

Während der Substitution in spezialisierten Ambulanzen kann effektiv auf die speziellen psychiatrischen und körperlichen Nebenwirkungen der Hepatitis-C-Therapie eingegangen werden. Denn es ist wichtig, psychiatrische Erkrankungen wie Angststörungen und Depressionen adäquat zu behandeln und neu auftretende Nebenwirkungen rechtzeitig zu therapieren. Wenn in der Vorgeschichte des Patienten eine Depression bekannt ist, wird empfohlen, schon vor Beginn der Therapie Antidepressiva zu verschreiben.

Die substituierten Patienten kommen jeden Tag in die Praxis - auch an Wochenenden und Feiertagen. Der Kontakt zum Arzt und zu den Praxismitarbeitern ist in der Regel sehr eng. So kann eine fast hundertprozentige Einnahme der Medikamente gewährleistet werden.

All diese Maßnahmen fördern die korrekte Medikamenteneinnahme, die sogenannte Compliance.
Eine gute Compiance ist aber Vorraussetzung für eine erfolgreiche Therapie – nicht nur bei Suchtpatienten.

Mittlerweile weiß man aus vielen Untersuchungen, dass die Chancen auf Heilung für Suchtpatienten unter diesen Bedingungen genauso gut sind wie in der Allgemeinbevölkerung.

Die chronische Hepatitis C sollte, wenn es keine Kontraindikationen gibt, so früh wie möglich behandelt werden. Denn je früher die Therapie gemacht wird, desto größer sind die Heilungschancen!