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Patienten bestimmen Therapieerfolg mit

PHILADELPHIA - Zwei oder mehr Tabletten pro Tag. Einmal in der Woche eine Spritze, die im wahrsten Sinne unter die Haut geht. Und das für bis zu 48 Wochen - oder länger: Eine Hepatitis-C-Therapie ist auch für disziplinierte Menschen eine echte Herausforderung. Wie sehr es sich lohnt, auf eine kontinuierliche und lückenlose Tabletteneinnahme und Interferon-Injektion zu achten, hat eine amerikanische Studie erneut bestätigt. Demnach können Patienten besonders in den ersten zwölf Wochen, wo es um ein schnelles Absenken der Viruslast geht, entscheidend dazu beitragen, die Chancen auf einen Therapieerfolg zu verbessern.

In die aktuelle Studie wurden 188 Patienten mit Hepatitis C eingeschlossen, die eine Therapie aus PEG-Interferon und Ribavirin bekommen sollten. Anhand der Arztbesuche für eine neue Rezeptierung der beiden Medikamente wurde untersucht, wie regelmäßig die Patienten das Ribavirin eingenommen und Interferon injiziert hatten und wie sich dies auf den Abfall der Viruslast und ein frühes Ansprechen (EVR) auswirkt. Nach 12 Wochen hatten jene Patienten, die mindestens 85 % ihrer Medikation eingenommen bzw. injiziert hatten, einen um 0.66 log IU/ml größeren Abfall der Viruslast als Patienten mit einer geringeren Therapietreue (< 85%). Bei Patienten, die eine optimale Ribavirindosis bekommen und mindestens 85% der Medikation eingenommen bzw. injiziert hatten, konnte sogar ein Abfall der Viruslast um 1,0 log IU/ml gemessen werden. Wer mehr als 85% der Interferondosis injiziert hatte, erreichte mit 73% vs. 29%  auch deutlich häufiger eine EVR. Von den Patienten, die mehr als 85% der Ribavirindosis  eingenommen hatten, erreichten 73% eine EVR. Wer Lücken bei der Einnahme (<85%) hatte, erreichte nur in 55% der Fälle eine EVR. In der Studie zeigte sich auch, dass jene Patienten, die regelmäßig und lückenlos Ribavirin einnehmen, eher an die wöchentliche Interferonspritze denken.  Die Studie weist einmal mehr darauf hin, wie wichtig eine ausreichende Ribavirin-Dosierung ist: Wer also auf eigene Faust die Anzahl der Ribavirin-Tabletten reduziert, tut sich keinen Gefallen.

Therapietipp für die Praxis

Wie behält man den Überblick über die eingenommenen Medikamente? Tägliche Kreuzchen für die Ribavirin-Einnahme und ein dickeres für die wöchentliche Injektion können helfen. Oder: Die Anzahl der erforderlichen Therapiewochen (24, 48, 72) in Zahlen wie bei einem Maßband untereinander schreiben. Mit dem Computer ist das schnell gemacht! Jede Woche wird dieser ganz persönliche Therapiekalender um eine Einheit gekürzt. Alternativ tut's auch ein Maßband. So sieht man schnell auf einem Blick, in welcher Therapiewoche man gerade ist. Und es motiviert ungemein, wenn der „Kalender" kürzer wird.....Halbzeit......drei, zwei, eine-geschafft!

Quelle:

  • Lo Re 3d V et al.: Adherence to hepatitis C virus therapy and early virologic outcomes. Clin Infect Dis 2009, 48:186-93

Interessant dazu:

  • Weiss JJ et al.: Hepatitis C patients' self-reported adherence to treatment with pegylated interferon and ribavirin. Aliment Pharmacol Ther. 2008; 28:289-93
  • Smith SR: Assessing the validity of self-reported medication adherence in hepatitis C treatment. Ann Pharmacother 2007; 41: 1116 - 23

Auch die behandelnden Ärzte können beim Durchhalten unterstützen: Hopwood M et al.: Pretreatment preparation and management of interferon-based therapy for hepatitis C virus infection. J Adv Nurs 2007, 59:248-54

http://www.hepatitis-care.de/news/Juli_07/Wissen_0707.htm 

© Simone Widhalm

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