Prophylaxe für die Leber: Mit Kaffee und Tee
SILVER SPRING - Das Tässchen Tee oder ein kleiner Kaffeeklatsch kann nicht nur den Blutdruck stabilisieren, sondern auch der Leber Gutes tun: So stellte sich in einer Studie mit fast 10.000 Freiwilligen heraus, dass der tägliche Genuss von mehr als 2 Tassen Kaffee oder Tee die Wahrscheinlichkeit für eine chronische Lebererkrankung deutlich reduzieren kann. Aber: Man muss schon mit einem erhöhten Risiko behaftet sein - wie beispielsweise bei chronischem Alkoholmissbrauch, Übergewicht, Diabetes oder einer zu hohen Eisensättigung. Außerdem: Wer weniger als eine Tasse pro Tag zu sich nahm, hatte ein Erkrankungsrisiko von 1,8 Prozent. Bei einem täglichen Genuss von ein bis zwei Tassen verringerte sich das Risiko auf 1,6 Prozent, bei mehr als zwei Tassen auf 1,1 Prozent. Am ausgeprägtesten war der Nutzen bei Menschen, die beides trinken - Kaffee und Tee. Interessanterweise war kein Effekt zu beobachten, wenn das Heißgetränk aus entkoffeinierten Blättern oder Bohnen hergestellt worden war, demnach scheint des Nutzens Quelle wohl das Koffein zu sein. Ob in einem solchen Falle die Empfehlung, Kaffe oder Tee zu trinken, hilfreich ist, weiß man noch nicht. Und nota bene: Bei Virusinfektionen mag das Tässchen Tee durchaus Labsal sein. Einen Lebernutzen hat es nicht.
Quelle: Ruhl C et al.: Coffee and tea consumption are associated with a lower incidence of chronic liver disease in the United States, Gastroenterology 2005, Vol. 129, S. 1928 - 36 © Simone Widhalm