Epidemiologie der Hepatitis C in Deutschland - vielen Fragen, viele Antworten
OBERHAUSEN - Zur Epidemiologie der Hepatitis C in Deutschland und zur Bedeutung einzelner Übertragungswege weiß man wenig. Licht ins Dunkel brachte eine prospektive Studie zu epidemiologischen Daten und Symptomen von Menschen mit Hepatitis-C-Virus. Dazu wurde ein strukturierter Fragebogen an hausärztlich tätige Ärzte verteilt, immerhin
5 837 von 13 287 ausgegebenen Fragebögen wurden zurückgeschickt und dann ausgewertet. Interessant: Nur 9 Prozent der eingesandten Fragebögen stammten aus den neuen Ländern. Das HCV-Patientengut erwies sich als "multikulti" und insgesamt 92 Ländern zugehörig, 63 Prozent waren deutsch, aus der ehemaligen UdSSR stammten 21 Prozent. Je mehr Hepatitis-C-Patienten ein Arzt betreute, je weniger Hepatitispatienten ein Arzt behandelte, desto häufiger wurde als Risikofaktor die Übertragung von Blutprodukten angegeben. Mit 25 bis 42 Prozent erwies sich der Anteil unklarer Infektionsursache als ziemlich hoch. Zu den Symptomen, die von den Hepatitis-C-Patienten angegeben wurden: Müdigkeit war mit knapp 60 Prozent "Spitzenreiter, danach wurden Konzentrationsstörungen und Oberbauchbeschwerden häufig angegeben. Je höher der GOT/GPT-Quotienten, also dem dann vorliegenden Fibrose-Stadium, desto mehr Beschwerden wurden angegeben. Niederau und Kapagiannidis folgern, dass auch bei uncharakteristischen Beschwerden eine Bestimmung der Leberwerte erfolgen sollten, da HCV-Infektionen in bestimmten Risikogruppen so häufig ist, dass ein Ausschließen auf eine Lebererkrankung sinnvoll ist. Selbst dann, wenn es keine Hinweise auf eine Lebererkrankung gibt. Quelle: Niederau C, Kapagiannidis C: Epidemiology of hepatitis C in Germany. MED KLIN 2006, 101(6), S. 448 - 57
© Simone Widhalm