Keine Austern bei chronischer Lebererkrankung
GALVESTON - Liebhaber von Meeresfrüchten sollten sich bei Austern in Zurückhaltung üben - zumindest dann, wenn sie eine chronische Lebererkrankung haben. US-amerikanische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass der aus dem Meer stammende Erreger Vibrio vulnificus eine Sepsis mit tödlichem Ausgang verursachen kann. So werden 95 Prozent aller Todesfälle in den USA, die mit dem Verzehr von Meersfrüchten und vor allem Austern assoziiert waren,, auf eine durch Vibrio vulnificus hervorgerufene Sepsis zurückgeführt. Das war besonders beim Vorliegen einer chronischen Lebererkrankung der Fall. Deshalb sollten genau diese Patienten davor gewarnt werden, rohe Austern zu verzehren. Wie merkt man eine durch Vibrio vulnificus verursachte Sepsis? Die Inkubationszeit beträgt gerade mal acht Stunden, Fieber, Schüttelfrost, Schock und sekundäre Blasenbildung der Haut können erste Anzeichen sein. In mehr als 50 Prozent ist der Ausgang dieser Sepsis tödlich, was eine frühzeitige antibiotische Behandlung verhindern kann.
Quelle: Haq SM et al.: Chronic liver disease and consumption of raw oysters: A potentially lethal combination - A review of vibrio vulnificus septicemia. Am J Gastroenterol 2005, Vol.100, S. 1195-9.
© Simone Widhalm