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Hepatitis-Forschung: Preiswürdig

HEIDELBERG Juni 2006- Weltweit leiden rund 170 Millionen Menschen an einer chronischen Hepatitis C, allein in Deutschland sind möglicherweise bis zu 800.000 Menschen von einer Infektion mit dem Hepatitis C Virus betroffen. Bei etwa 75 Prozent der Infizierten entwickelt sich eine chronische Hepatitis, die in eine Leberzirrhose oder gar ein hepatozelluläres Karzinom münden kann. Leberversagen als Folge einer chronischen Hepatitis C ist inzwischen der häufigste Anlass für eine Lebertransplantation. Grund genug also, um intensiv HCV-Forschung zu treiben. Einer, der das mit besonderem Einsatz tut, wurde nun geehrt: Professor Ralf Bartenschlager, Direktor der Abteilung für Molekulare Virologie am Universitätsklinikum Heidelberg, erhielt als Würdigung seiner Arbeit am 27. Juni 2006 von der Medizinischen Gesellschaft Freiburg die Aschoff-Medaille. Bartenschlagers Arbeiten gelten als Meilensteine in der Hepatitis C-Forschung. Gemeinsam mit Kollegen aus Japan und den USA gelang es ihm erstmals, mit Hilfe eines neuen Zellsystems Hepatitis C-Viren im Labor zu vermehren. Somit kann der vollständige Lebenszyklus des Virus vom Eindringen in die Zelle über die Vermehrung innerhalb der Zelle bis zum Verlassen der infizierten Zelle, in Zellkulturen im Labor vollzogen werden - eine Voraussetzung, um Medikamente und Impfstoffe gegen HCV zu entwickeln. Die bahnbrechenden Ergebnisse wurden im Juli 2005 in der Fachzeitschrift "Nature Medicine" veröffentlicht.
Die Aschoff-Gesellschaft, der Ärzte, Medizinstudenten und Interessierte aus dem Heilberuf angehören, hat sich die Förderung wissenschaftlicher Erkenntnis auf dem Gebiet der Medizin und der gesamten Biologie zum Ziel gesetzt. Im Rahmen der Aschoff-Vorlesung, die die Gesellschaft in jedem Jahr zum Todestag ihres Namengebers Ludwig Aschoff abhält, wird der jeweils Vortragende mit der Aschoff-Medaille geehrt.

Der Wissenschaftler Professor Ludwig Aschoff (1866-1942) zählt zu den renommiertesten deutschen Pathologen des 20. Jahrhunderts. Zu seinen wichtigsten Leistungen gehören die Entdeckung kleiner rheumatischer Knoten am Herzmuskel ("Aschoff-Knötchen") sowie die Beschreibung des Reizleitungssystems im Herzen ("Aschoff-Tawara-Knoten").

Quelle: Mitteilung der Universität Heidelberg © Simone Widhalm

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