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Das GPT-Projekt: Initiative zur Epidemiologie der Hepatitis C in Deutschland

Abklärung auch leicht erhöhter Leberwerte in der Praxis dringend erforderlich

Die Spätfolgen der Hepatitis B und C gehören weltweit zu den häufigsten Todesursachen. Auch in Deutschland sind über 1 Million Menschen chronisch mit dem Hepatitis B- oder C-Virus infiziert - die meisten, ohne davon zu wissen.

Besonders dramatisch: immer häufiger wird die chronische Virusinfektion erst diagnostiziert, wenn schon Komplikationen wie die Leberzirrhose aufgetreten sind. Auf dem Boden einer Leberzirrhose kann sich ein hepatocelluläres Carcinom entwickeln. Das HCC ist zwar nicht der häufigste Krebs in Deutschland, aber der mit der größten Wachstumsdynamik, wie eine Analyse der Medizinischen Hochschole Hannover zeigen konnte.

Vielen Betroffenen könnte durch Früherkennung und Therapie das Schicksal Leberversagen und Leberkrebs erspart bleiben. Oft wird die Ursache Hepatitis erst zusammen mit dem Krebs entdeckt. Ganz wichtig ist es, auch nur leicht erhöhte Leberwerte ernst zu nehmen. Häufig werden insbesondere GPT-Werte (Glutamat-Pyruvat-Transaminase) , die nur bis zu 2fach über dem oberen Normwert liegen, nicht weiter überprüft. In dieser Gruppe finden sich aber zahlenmäßig die meisten Hepatitis-C-Infizierten, wie eine von Niederau auf der 61. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselerkrankungen präsentierte Arbeit zeigt (Poster 240). Niederaus Schlussfolgerung: Zur Verringerung der Dunkelziffer nicht erkannter HCV-Infizierter sollten - wie vom RKI empfohlen - insbesondere leicht, d.h. 1-2fach erhöhte GPT-Werte in der Hausarztpraxis konsequenter mit anti-HCV-Tests abgeklärt werden. In Ergänzung dazu wird empfohlen, bei allen Personen, die vor 1990 eine Blutkonserve erhalten haben oder die i.v. Drogen konsumiert haben, einen Test auf Hepatitis-C-Viren zu machen - und zwar unabhängig von den Transaminasen-Werten.

Dieses Poster können Sie sich hier herunterladen.

Nähere Informationen zum Thema GPT finden Sie hier.

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