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Qualität der Maßnahmen nach Virusexposition

Wie gut ist die Postexpositionsprophylaxe? Wird alles getan und dokumentiert?
Eine Studie hat sich um Qualitätskontrolle bemüht.

's-HERTOGENBOSCH – Für HIV/HBV/HCV-Prophylaxemaßnahmen nach einer Nadelstichverletzung oder anderen Unfällen, die mit Blutkontakt einhergehen, gibt es klare Regeln. Ob diese denn auch befolgt werden, hat eine niederländische Studie untersucht. Die Risikostufen wurden mittels Algorithmus eingeteilt: Unfälle mit HBV-/HCV- und HIV-Infektionsrisiko wurden mit „hohes Risiko“ klassifiziert, ein ausschließliches HBV-Expositionsrisiko wurde als gering eingestuft. Medizinische Interventionen wurden je nach Risiko ausgeführt und über ein Jahr protokolliert. Insgesamt wurden 454 Vorfälle dokumentiert, von denen immerhin 72,5 Prozent mit einem geringen und 14,8 Prozent mit einem hohen Infektionsrisiko verbunden waren. Was bedenklich ist: In 36 Prozent der Vorfälle mit HBV-Risiko und 40 Prozent der Vorfälle mit einem HCV/HIV-Infektionsrisiko wurde nicht lege artis reagiert. So war beispielsweise in 12 von 63 Fällen die HIV-Postexpositionsprophylaxe möglicherweise nicht angemessen, bei 11 von 63 Fällen war das HCV-Follow-up nicht vollständig und bei fünf von 396 Fällen wurden keine Immunglobuline nach möglicher HBV-Kontamination gegeben – teilweise handelte es sich um Vorfälle mit hohem Infektionsrisiko.

Quelle: van Wijk PT et al.: Quality control for handling of accidental blood exposures. J Hosp Infect. 2006, Vol. 63(3), S. 268-74, © Simone Widhalm

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