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Welt-AIDS-Tag 2005: in Deutschland leben 49.000 HIV-Infizierte

BERLIN - Nach aktuellen Schätzungen des Robert Koch-Instituts leben derzeit etwa 49.000 Menschen mit einer HIV-Infektion in Deutschland, geschätzte 2.600 Personen haben sich im Jahr 2005 neu mit HIV infiziert. Männer, die Sex mit Männern haben, sind mit insgesamt 31.000 Infizierten die größte Betroffenengruppe. Mit Hilfe neuer, vom Bundesgesundheitsministerium finanziell unterstützter Studien will das Robert Koch-Institut Änderungen im Risikoverhalten zukünftig genauer erfassen. "Das ist wichtig, damit die bisher erfolgreichen Präventionsmaßnahmen frühzeitig angepasst werden und die bisher im internationalen Vergleich niedrigen HIV-Infektionsraten weiter niedrig gehalten werden können", unterstreicht Reinhard Kurth, Präsident des Robert Koch-Instituts, anlässlich des Welt-AIDS-Tages 2005 am 1. Dezember. "HIV/AIDS ist weltweit gesehen die größte medizinische Katastrophe der Neuzeit seit Auftreten der Pest im 14. Jahrhundert", erinnert Reinhard Kurth.

Das Epidemiologische Bulletin des Robert Koch-Instituts veröffentlicht in der aktuellen Ausgabe 47/2005 neben einer umfassenden Analyse der HIV/AIDS-Epidemie in Deutschland seit den Achtziger Jahren eine neue Schätzung der "Eckdaten und Trends" zur Zahl der tatsächlich erfolgten Neuinfektion (HIV-Inzidenz) sowie zur Zahl der Personen, die mit einer HIV-Infektion leben (HIV-Prävalenz). Die Eckdaten und Trends sind (im Internet) erstmals auch für jedes einzelne Bundesland verfügbar. Darüber hinaus sind die monatlich aktualisierten Meldedaten für HIV zukünftig regional aufgeschlüsselt abrufbar.

Die Zahl der tatsächlichen HIV-Neuinfektionen kann nicht direkt bestimmt werden, da zwischen Infektion und Test ein unterschiedlich langer Zeitraum liegen kann und nur bereits getestete Personen gemeldet werden können. Die Zahl der gemeldeten neu diagnostizierten HIV-Infektionen ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen (von 1.827 im Jahr 2003 auf 2.058 in 2004) und wird für das Jahr 2005 voraussichtlich deutlich über 2.000 liegen.

Aktuell beginnt eine Pilotstudie des Robert Koch-Instituts, durch die der Anteil der frischen, erst vor kurzer Zeit erfolgten HIV-Infektionen unter den HIV-Erstdiagnosen ermittelt werden soll. Eine solche Differenzierung kann unter anderem dabei helfen, aktuell bedeutsame Infektionswege und -risiken genauer zu definieren und zu untersuchen und dient der besseren Schätzung der tatsächlichen HIV-Neuinfektionsrate. Auch sozialwissenschaftlich orientierte HIV-Präventionsforschung wird in jüngster Zeit wieder verstärkt durch staatliche Forschungsförderung unterstützt. Mit dem Risikoverhalten und den Motivationen, die zum Eingehen solcher Risiken führen, beschäftigen sich zwei Untersuchungen, die zum Teil im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums und in Zusammenarbeit mit dem RKI durchgeführt werden und in Kürze beginnen sollen. Anfang 2006 startet außerdem eine vom RKI durchgeführte bundesweite Fragebogenstudie, bei der homosexuelle Männer zu Wissen, Einstellungen und Verhalten in Bezug auf sexuell übertragbare Erkrankungen befragt werden.

Quelle: Robert-Koch-Institut (RKI)

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