Paracetamol: Häufiger schädlich als gedacht
DALLAS - Eine Überdosierung des Schmerzmittels Paracetamol schädigt die Leber doch häufiger und in größerem Maße als gedacht: So kommt es häufiger zu akutem Leberversagen als angenommen. In den USA ist Paracetamol die Hauptursache für akutes Leberversagen, wobei fast die Hälfte auf eine unbeabsichtigte Überdosierung zurückzuführen ist, wie William Lee von der Universität Dallas herausgefunden hat. In der texanischen Studie wurden die Daten von insgesamt 662 Patienten mit akutem Leberversagen untersucht. Bei 275 von ihnen war das akute Leberversagen klar auf die zu hohe Dosis an Paracetamol zurückzuführen. So mancher hatte es mit der Schmerzmitteleinnahme absolut übertrieben und beispielsweise drei Tage lang zehn Gramm des Mittels geschluckt, was ungefähr 20 Pillen pro Tag entspricht - bei einer empfohlene Tageshöchstdosis von maximal 4 g pro Tag. Die meisten von ihnen überlebten, und zwar 8 Prozent dank einer Spenderleber und 65 Prozent ohne Organtransplantation. Die restlichen 27 Prozent aber starben. Das Problem ist in den USA gemäß dem Motto "Think big" besonders gelagert: Derzeit ist Paracetamol im Drug Store in Packungsgrößen von 500 Tabletten für jedermann frei verkäuflich....Und so spricht sich Studienleiter Lee dafür aus, die Packungsgröße von Paracetamol ein wenig zu verkleinern und in Packungseinheiten wie sie in Großbritannien oder Deutschland üblich sind, anzubieten.
Quelle: New Scientist No 2529, 2005, S. 19 © Simone Widhalm