Hepatitis C hat viele Übertragungswege
PARIS - Kein Risiko, aber Hepatitis C positiv: Viele Patienten müssen sich unbequeme Fragen gefallen lassen, wenn sie eine Hepatitis C haben, aber keinen typischen Risikofaktor für eine parenterale Übertragung (Drogenmissbrauch, Blutkonserven oder -produkte vor 1990). Interessant wäre es daher, auch um künftige Infektionen zu vermeiden, potentielle andere Infektionsquellen zu kennen. In einer französischen Studie wurde bei 450 HCV-Patienten nun genau danach gesucht. In einer Multivariatanalyse zeigten sich eine Vielzahl unabhängiger HCV-Risikofaktoren: Nosokomiale oder aufgrund des Zugangs zu einer chirurgischen Krankenhausabteilung, Schwangerschaftsabbrüche, endoskopische Untersuchung des Magen-Darm-Trakts, ambulante Versorgung z.B. bei Hautgeschwüren oder Wunden, Diathermie (ein physikalisches Verfahren zur Erzeugung von Tiefenwärme im Gewebe), Gabe von Gammaglobulinen, intravenöse oder intramuskuläre Injektionen, Krampfaderverödung, Akupunktur, Kokainmissbrauch, Sportarten mit Körperkontakt, kosmetische Behandlungen und professionelle Pediküre/Maniküre. Diese Faktoren können immerhin 73 Prozent der nicht auf „klassischem Wege“ erworbenen Hepatitis C – Infektionen erklären. Und somit auch Verdachtsmomente entkräften, mit denen sich so mancher Patient konfrontiert sah....
Quelle: Karmochkine M, the GERMIVIC Study Group: A case-control study of risk factors for hepatitis C infection in patients with unexplained routes of infection. J Viral Hepat. 2006;13(11):775-82 © Simone Widhalm