Lebensqualität bei Hepatitis C mit normalen Transaminasen
HOMBURG - Lange Zeit galt, dass mehr oder weniger dauerhaft normale Transaminasen (PNALT) bei chronischer Hepatitis C kein Grund für eine antivirale Therapie sind. Auch ansonsten ging man davon aus (und diese Betrachtung hält sich auch heute mitunter hartnäckig...), dass bei PNALT-Patienten lediglich die Transaminasen regelmäßig überprüft werden sollten, denn frei übertragen: ist eine Infektion schon anhand der Transaminasenhöhe kaum oder nicht auszumachen, wird sie sich auf das Befinden nicht weiter auswirken. Nachgewiesen ist, dass sich eine chronische Hepatitis C deutlich auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität (HRQOL) auswirkt. Ob dies auch bei Patienten mit normalen Transaminasen der Fall ist, hat nun erstmalig eine Studie aus Homburg untersucht. Dazu wurden die Daten von 115 Hepatitis-C-Patienten - 45 davon waren solche PNALT-Patienten – mit den Daten von 50 gesunden Studienteilnehmern verglichen. Von allen wurden der emotionale und psychologische Status sowie die gesundheitsbezogene Lebensqualität mittels etablierter Fragebögen untersucht. Vergleicht man die Ergebnisse der gesunden Gruppe mit denen der PNALT-Patienten, so zeigt sich bei letzteren eine Beeinträchtigung der HRQOL mit einem signifikanten Unterschied hinsichtlich Depressionen, Wut, körperlichem Befinden, Beziehung zum Partner, Selbstvertrauen und Lebensfreude. Interessanterweise gab es zwischen Patienten mit erhöhten Transaminasen und normalen Leberwerten fast keinen Unterschied – das „fast“ bezieht sich auf einen einzigen Aspekt eines Fragebogens, nämlich Wut: Darunter hatten die PNALT-Patienten sogar im Durchschnitt betrachtet mehr zu leiden als die Patienten mit erhöhten Transaminasen.
Quelle: von Wagner M et al.:Impaired health-related quality of life in patients with chronic hepatitis C and persistently normal aminotransferase levels. J Viral Hepat. 2006, 13(12):828-834 © Simone Widhalm