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Doppelinfektion mit Hepatitis C und B

Eine gleichzeitige Infektion mit zwei Hepatitis-Viren setzt der Leber doppelt zu: In Frankreich ist wohl ein Viertel der HCV-Patienten von einer HBV-/HCV-Koinfektion betroffen!

LYON - Hepatitis C-Patienten plagen sich nicht nur mit HIV/HCV-Koinfektionen, sondern manchmal auch mit gleichzeitig zwei hepatotropen Viren, nämlich HBV und HCV. Unklar ist jedoch, welche Bedeutung dies hat und was die Konsequenzen aus einer HBV/HCV-Koinfektion wären.

In Frankreich hat man nun eine Studie durchgeführt, um herauszufinden, wie häufig eine solche Koinfektion ist, welchen Einfluss dies auf die Leberhistologie und den Therapieerfolg bei einer antiviralen Therapie mit Interferon hat.

In die Studie wurden 203 HbSAg- negative HCV-Patienten eingeschlossen. 47 von 203 (23 %) hatten eine okkulte HBV-Infektion mit niedriger HBV-Viruslast, aber einer signifikant höheren HCV-Virulast (p<0,05). Hinsichtlich Alter, Geschlecht, Transaminasen, HCV-Genotyp und dem Vorhandensein von anti-HBc gab es keine Unterschiede. Die Leberhistologie zeigte bei okkulter HBV-Infektion eine höhere Aktivität (A2-A3 in 53% vs. 38%, p < 0.01) und häufiger eine Fibrose fortgeschrittenen Grades (60% vs. 33%, p < 0.001). Außerdem scheint sich eine solche Infektion auf das Therapieergebnis der HCV-Infektion auszuwirken: eine anhaltende Therapieresponse (SVR) erreichten nur 11 Patienten (28%), ohne Doppelinfektion 65 (45%, p < 0, 05). Überraschenderweise gab es ungeachtet des HBV-DNA- Status keine signifikanten Unterschiede bei der Therapieresponse, wenn man die Ergebnisse nach den einzelnen HCV-Genotypen untersucht. Fazit: Immerhin ein Viertel der französischen Patienten mit chronischer Hepatitis C hatte eine okkulte HBV-Infektion, die mit einer schwereren Ausprägung des Leberschadens, höherer HCV-Viruslast und - ungeachtet des Genotyps! - mit einem schlechteren Therapieergebnis assoziiert war.

Quelle: Mrani S et al.: Occult HBV infection may represent a major risk factor of non-response to antiviral therapy of chronic hepatitis C. J Med Virol. 2007, 79:1075-81 © Simone Widhalm

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