Happy Birthday, Interferon!
Die Erfolgsgeschichte des Interferons begann in einem Labor in London - vor 50 Jahren.
GRENZACH - Vor 50 Jahren wurde das Interferon entdeckt. Dem Schweizer Mikrobiologe Jean Lindemann gelang dieser Geniestreich im März 1957 in einem Londoner Labor. Zwar hat man anfangs sehr viele Hoffnungen auf diese Substanz gesetzt, es gelang nicht, Interferon größerer Mengen herzustellen. Nutzbar wurde die Entdeckung dann erst 20 Jahre später mit modernen technischen Möglichkeiten - als Interferon gentechnisch hergestellt werden konnte. Charles Weissmann vom molekularbiologischen Institut der Universität Zürich war 1979 der Pionier in der gentechnischen Herstellung des menschlichen Interferons und ließ sich seine "Erfindung" auch sogleich patentieren. Der Rest ist Geschichte: Heute wird Interferon in seinen verschiedenen Formen bei einer Reihe von Krankheiten erfolgreich eingesetzt: Bei Multipler Sklerose (MS) bei Haarzellleukämie, Nierenzellkarzinom - und bei Hepatitis C und B. Auch hier brachte ein weiterer Fortschritt die Therapie der Hepatitis deutlich nach vorne: Mit der Pegylierung des alpha-Interferons wurde die Therapie besser durchführbar, verträglicher - und geht vor allem mit einer höheren Erfolgsrate einher. Eigentlich sollte Lindemanns Entdeckung mit dem Nobelpreis belohnt werden - dazu kam es zwar nicht, aber viele dank Interferon gesunde Hepatitis-Patienten sind doch auch keine schlecht Auszeichnung....
Quelle: Isaacs A, Lindenmann J. Virus interference. I. The interferon. Proc R Soc Lond B Biol Sci. 1957; 147(927): 258-267
© Simone Widhalm