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Wie läuft die Therapie ab?

Eine typische Therapie hat vier Phasen:

Phase 1: Therapiestart

Vor Beginn der Therapie werden noch einmal verschiedene Blutwerte bestimmt, darunter auch die Viruslast, also die Anzahl der Viren im Blut. Mit dem Beginn der Therapie muss sich der Körper auf die neue Situation einstellen. In dieser Phase treten häufig grippeartige Symptome wie Kopf- und Gliederschmerzen oder Fieber auf. Ihr Arzt wird Ihnen empfehlen, gegen diese Beschwerden ein einfaches Schmerzmittel, z.B. Paracetamol, einzunehmen.Das hilft den meisten Patienten über diese Zeit hinweg.

Auch Ihre Blutwerte können sich verändern. Darum ist es wichtig, dass Sie regelmäßig Ihren Hepatitis-C-Facharzt aufsuchen. Er wird Ihr Blut untersuchen und entscheiden, ob die Dosis der Medikamente verringert werden muss.

Blutabnahme © Fotolia.com

Blutabnahme © Fotolia.com

Phase 2: Erste Erfolgskontrolle

Ein entscheidender Abschnitt in Ihrer Therapie: Nach 4 Wochen wird die Viruslast erneut gemessen, um zu sehen, wie gut Sie auf die Therapie ansprechen. So kann Ihr Arzt Erfolgsprognosen für Ihre Heilung abgeben. Der Arzt schaut, ob die Virusvermehrung unterdrückt werden konnte und wie stark die Viruslast gesunken ist.

Behandlungswoche 4 – Schnellansprechen

Bereits nach 4 Therapiewochen kann eine erste Erfolgsprognose abgegeben werden.

Patienten, bei denen zu diesem Zeitpunkt keine Viren mehr im Blut nachgewiesen werden konnten, haben Heilungschancen, die bei 90% liegen. Das heißt 9 von 10 Patienten, die so gut auf die Therapie reagieren, können geheilt werden.

Darüber hinaus können Schnellansprecher, die zu Therapiebeginn eine niedrige Ausgangsviruslast haben und die weitere günstige Voraussetzungen erfüllen, eventuell ihre Therapie verkürzen. Die Möglichkeit, aber auch die Risiken, einer Therapieverkürzung wird Ihr Arzt mit Ihnen individuell diskutieren.

Hat sich Ihre Viruslast in Behandlungswoche 4 nur geringfügig reduziert, sollten Sie nicht aufgeben, sondern dranbleiben. Manche Patienten sprechen erst etwas später auf die Therapie an.

Behandlungswoche 12 – Frühansprechen

Der zweite wichtige Messpunkt für die Bestimmung des weiteren Therapieverlaufs ist die Behandlungswoche 12.

Die sogenannte „12-Wochen-Regel“ besagt Folgendes: Sind Sie zu diesem Zeitpunkt virusfrei, haben Sie die erste Hürde genommen und gute Chancen auf Heilung. Ist die Viruslast stark gesunken, d.h. gegenüber dem Ausgangswert vor Therapiestart um mindestens 99%, es sind aber noch Viren nachweisbar, dann liegen Ihre Heilungschancen bei 30%. Jetzt ist es sehr wichtig, dass Sie sich an die Vorgaben Ihres Arztes halten.

Die 12-Wochen-Regel besagt auch, dass Sie leider nur geringe Chancen haben, das Virus zu besiegen, wenn zu diesem Zeitpunkt die Viruslast nicht gesunken ist. In diesem – relativ seltenen Fall wird sich Ihr Arzt mit Ihnen über das weitere Vorgehen abstimmen.

Phase 3: Fortführung der Therapie bei Ansprechen

Ist die Viruslast gesunken, wird die Therapie fortgeführt. Hier kommt wieder der Genotyp ins Spiel: Patienten mit Genotyp 1 müssen weitere 36 Wochen therapiert werden, Patienten mit den Genotypen 2 und 3 nur weitere 12 Wochen.

Therapiedauer in Abhängigkeit vom Genotyp

Insgesamt sollten Sie also beim Genotyp 1 mit 48 Wochen Therapie rechnen, bei den Genotypen 2 und 3 mit 24 Wochen.

Auch in dieser Phase sind regelmäßige Arztbesuche Pflicht. Meist nehmen die grippalen Beschwerden in dieser Phase ab. Dafür können sich Müdigkeit und Abgeschlagenheit verstärken. Möglicherweise verspüren Sie keinen Appetit und nehmen auch an Gewicht ab. Manche Patienten haben auch mit Stimmungsschwankungen bis hin zur Depression zu kämpfen. Andere werden aggressiv.
In dieser Phase gilt: Jetzt nicht entmutigen lassen!

Lieber mit dem Arzt darüber sprechen, wie er helfen kann. Gerade gegen Depressionen gibt es heute sehr wirksame und hilfreiche Medikamente. Diese Medikamente machen auch im Gegensatz zu früher verwendeten Präparaten nicht abhängig. Viele Hepatitis-C-Patienten konnten durch die Einnahme dieser Medikamente ihre Therapie erfolgreich beenden. Wenden Sie sich frühzeitig an Ihren behandelnden Arzt, wenn Sie oder Ihnen nahe stehende Menschen Veränderungen Ihrer Stimmungslage bemerken, denn die Tabletten müssen erst einige Zeit eingenommen werden, bevor sie Wirkung zeigen. Mit dem Ende der Therapie können dann auch die Antidepressiva wieder abgesetzt werden.

Phase 4: Die Nachbeobachtungsphase

Geschafft! Die Therapie ist beendet. Jetzt wird überprüft, ob weiterhin keine Viren in Ihrem Blut mehr zu finden sind. Sie sind virusfrei? Gratulation! Damit haben Sie einen Riesen-Schritt in Richtung Heilung gemacht. Eine endgültige Aussage darüber, ob die Therapie dauerhaft erfolgreich war, kann Ihr Arzt allerdings erst nach weiteren 24 Wochen treffen. Jetzt heißt es Geduld haben. Wenn zu diesem Zeitpunkt keine Viren mehr nachgewiesen werden können, sind Sie geheilt.

Compliance (Therapietreue) ist wichtig!

Patienten, die die Therapie konsequent durchführen, erhöhen ihre Heilungschancen um ca. 10 %. Es lohnt sich also, darauf zu achten, das Interferon wirklich jede Woche zu spritzen und jeden Tag die verschriebenen Tabletten einzunehmen.