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Die Therapie

Als das Hepatitis-C-Virus 1989 entdeckt wurde, machten sich Wissenschaftler sofort auf die Suche nach möglichen Therapien. Erschwert wurde das Unterfangen dadurch, dass sich das Virus schnell vermehrt und dabei ständig seine Oberfläche ändert. Das macht es für unser Immunsystem so schwer, es zu erkennen.

Ein erster großer Erfolg war die Erkenntnis, dass Interferon, ein Botenstoff aus unserem eigenen Immunsystem, bei der Bekämpfung der Erkrankung von Nutzen sein kann. Interferon wird vom Körper ausgeschüttet, wenn dieser von Viren befallen wird. Interferon stimuliert unsere Abwehrzellen und hilft bei der Koordination der unterschiedlichen Teile des Immunsystems.

Schematische Darstellung des Interferon alfa-2a:
Ein körpereigenes Protein aus 165 Aminosäurebausteinen

Interferon alfa spielt im menschlichen Körper
eine große Rolle bei der Abwehr von Fremdstoffen.
Für den Einsatz in der Therapie gegen Hepatitis B und C
und für verschiedene Therapien in der Krebsmedizin
wird das Interferon alfa gentechnisch hergestellt.

Gibt man nun von außen Interferon dazu, müsste die körpereigene Abwehr doch zu unterstützen sein! Das damals verfügbare Interferon musste allerdings dreimal pro Woche unter die Haut gespritzt werden, da der Körper es sehr schnell wieder abbaut. Heute müssen Patienten nur noch einmal pro Woche spritzen.

Nebenwirkungen, die früher durch das ständige Schwanken der Medikamentenspiegel im Blut verursacht wurden, treten heute in geringerem Maße auf. So wird die Therapie heute meist besser vertragen als früher die Therapie mit dem nicht-pegylierten Interferon. Die gleichmäßigen Wirkspiegel hemmen auch die Vermehrung des Virus besser – höhere Heilungschancen sind die Folge.

Interferon braucht jedoch einen zweiten Wirkstoff als Partner. Erst diese Kombination ermöglichte die heute erreichbaren Heilungsraten. Die Tabletten werden zweimal täglich geschluckt.