Wie wird eine Hepatitis C festgestellt
Wie wird eine Hepatitis-C-Virus-Infektion festgestellt?
Nur ein kleiner Teil der Hepatitis-C-Virus-Infektionen wird aufgrund von Beschwerden respektive Hinweisen auf eine Lebererkrankung entdeckt. Ursache hierfür ist, dass-wie schon mehrfach erwähnt - die Infek tion sehr oft über Jahre bis Jahrzehnte keine Beschwerden verursacht. Die Entdeckung einer Hepatitis-C-Virus-Infektion erfolgt deshalb oft zufällig, bei sich völlig gesund fühlenden Personen im Rahmen von Routineuntersuchungen, Vorsorgemassnahmen oder beim Blutspenden. Eine Infektion mit dem Hepatitis-C-Virus wird mittels spezifischer Laboruntersuchungen festgestellt (diagnostiziert). Basisuntersuchung ist der so genannte Anti-HCV-Suchtest. Dabei wird untersucht, ob im Blut Antikörper/Abwehrstoffe gegen das Hepatitis-C-Virus vorhanden sind. Beim Suchtest kann es-wenn auch nur sehr selten-zu falsch positiven Resultaten kommen, d.h., der Test gibt eine Hepatitis-C- Virus-Infektion an, in Wirktichkeit liegt aber keine Infektion vor. Deshalb wird meist ein zweiter, so genannter Anti-HCV-Bestätigungstest durchgeführt. Auch ein positiver Bestätigungstest lässt aber lediglich die Aussage zu, dass irgendwann eine Hepatitis-C-Virus-Infektion stattgefunden hat, nicht aber, ob eine solche ausgeheilt oder aktuell noch im Gange ist. Aus diesem Grunde werden heute im Blut oft Bestandteile des viralen Genoms, d.h. die HCV-RNS, gemessen. Nur mit diesem Nachweis der Hepatitis-C-Virus-RNS im Blut kann gesichert werden, dass aktuell noch eine Hepatitis-C-Virus-Infektion vorliegt. Ein negativer Test schliesst aber ein Vorhendensein des Virus nicht völlig aus, da die Nachweisgrenze der heutigen Tests bei etwa 100-1000 Viren/ml liegt. Zudem ist die Methode recht aufwendig und teuer und sollte hauptsächlich dann zur Anwendung kommen, wenn es um die Frage nach einer medikamentösen Behandlung geht. Dann sind der Nachweis und die Menge der Hepatitis-C-Virus-RNS im Blut entscheidend für die Indikation und später für die Beurteilung des Therapieerfolges. Zur Planung der Therapie (Länge, Kombination oder Mono, evt. Dosierung) ist es auch wichtig, den Hepatitis-C-Virus-Genotyp zu kennen.