Schutz der Familie vor Hepatitis C
Wie kann ich andere schützen?
Als Hepatitis-C-Virus-Träger schütze ich andere, indem ich kein Blut oder Blutprodukte spende und generell den direkten Kontakt anderer mit meinem frischen Blut verhindere. Das eigene. Hepatitis-C-Virus-enthaltende Blut soll nicht in die Blutbahn, d.h. auch nicht auf eine offene, blutende Wunde, eines anderen Menschen, gelangen. Jede Person darf aber ohne weiteres einen Verband oder ein Pflaster anlegen etc. dabei besteht keinerlei Gefahr, da das Virus nicht durch die intakte Haut dringen kann.
Familienmitglieder, Freunde und Arbeitskollegen haben oft Angst, sich bei einem Hepatitis-C-Infizierten anzustecken. Völlig zu Unrecht, wie man heute weiä. Bei normalen Kontakten im Familienleben wie z. B. in die Arme nehmen, kuscheln und küssen oder beim gemeinsamen Trinken aus einem Glas und der gemeinsamen Nutzung von Besteck und Geschirr kann das Hepatitis-C-Virus in der Regel nicht übertragen werden. Auch beim Geschlechtsverkehr besteht im Normalfall keine Ansteckungsgefahr. Ein Kondom bietet hier zusätzlichen Schutz. Eine übliche Toilettenhygiene ist ebenfalls vollkommen ausreichend. Es besteht keine Notwendigkeit das WC nach jedem Gebrauch zu desinfizieren. Rasierapparate, Rasierklingen, Nagelscheren und Zahnbürsten sollten jedoch nicht gemeinsam benutzt werden. An diesen Gegenständen können sich Blutspuren mit dem Virus befinden, die dann möglicherweise z.B. über kleinere Verletzungen übertragen werden. Das Virus bleibt an Luft längere Zeit infektiös, auch getrocknetes Blut stellt prinzipiell ein Infektionsrisiko dar. Die Reinigung dieser Gegenstände mit Wasser und Seife reicht nicht aus, das Hepatitis-C-Virus ist erst bei Temperaturen ab 140 Grad Celsius abzutöten. Wenn eine Sterilisation notwendig sein sollte, müssen zur sicheren Abtötung chemische Mittel, z.B. Paraformaldehyd oder Chlorlösung eingesetzt werden. Alle blutenden Wunden sollten sofort verbunden werden. Verbände mit infektiösem Blut müssen umgehend fachgerecht entsorgt werden, das Gleiche gilt für Spritzen und Kanülen. Blutspuren nach Verletzungen sollten sofort beseitigt werden. Die Übertragungswahrscheinlichkeit nach Nadelstichverletzung ist weitaus geringer als bei Hepatitis B, eine sogenannte Postexpositionsprophylaxe nach einer Stichverletzung mit eventuell infektiösen Geräten wird derzeit nicht empfohlen. Allerdings ist es ratsam, nach einer gewissen Zeit (etwa 4 Wochen) einen ersten Test auf HCV-RNA durchführen zu lassen, evt. weitere Tests in regelmässigen Abständen. Denn die akute Hepatitis C lässt sich heute recht gut behandeln (siehe Nadelstichverletzung). Ärzte, Zahnärzte und Pflegepersonal sollten vor einer Behandlung unbedingt von einer Hepatitis-C-Infektion informiert werden, damit sie sich beim Auftreten offener Wunden ausreichend schützen.