Therapie Wann erforderlich?
Wie wird entschieden, ob eine Therapie notwendig ist?
Bei der Entscheidung, ob eine chronische Hepatitis-C-Virus-Infektion behandelt werden soll, gilt es drei Aspekte gegeneinander abzuwägen:
- die Prognose des Patienten ohne Behandlung, d.h., wie gross ist das Risiko, dass der Patient innerhalb seiner normalen Lebenserwartung schwerwiegende Folgen seiner Infektion (z.B. eine Leberzirrhose) erlebt; dabei spielen das Alter des Patienten, aber auch allfällige Begleiterkrankungen ein Rolle;
- die Wahrscheinlichkeit des Patienten durch die Behandlung geheilt zu werden; günstige Faktoren sind dabei eine Infektion mit bestimmten Untergruppen des Hepatitis C Virus (Genotyp 2 und 3), keine oder nur ganz geringe Vernarbungen in der Leber, eine geringe Virus-Last, ein Alter unter 40 Jahren und weibliches Geschlecht;
- das Risiko, unerwünschte Wirkungen auf die Behandlung zu entwickeln; dabei spielen die Vorgeschichte und gewisse Veranlagungen ein Rolle.
Im Allgemeinen wird eine Behandlung heute in Betracht gezogen, falls eine über 6 Monate dokumentierte Erhöhung der Leberwerte (Transaminasen) und in der Leberbiopsie mehr als eine nur minimale Entzündung und eine Vernarbungstendez festgestellt wurde. Der Entscheid zur Therapie lässt aber oft einen Ermessensspielraum frei, der Betroffene soll deshalb vom behandelnden Arzt über die oben erwähnten Aspekte, insbesondere auch über die zu erwartenden unerwünschten Wirkungen der Behandlung, ausführlich informiert und in die Entscheidung einbezogen werden.