Das Hepatitis C Virus
Was ist das Hepatitis-C-Virus?
Das Hepatitis-C-Virus, der erst 1989 entdeckte Erreger der Hepatitis C, gehört zu einer übergeordneten Virus-Familie, den so genannten Flavi-Viren. Das Virus besteht aus einer Hülle und einem inneren Gerüst dem Kern. In diesem befindet sich die Erbsubstanz (das Genom) des Virus. Dieses besteht aus den so genannten Ribonukleinsäuren. abgekürzt RNS. Dieses virale Gen respektive die HCV-RNS ist eine Art Bauplan und codiert für Eiweise (Proteine), die wiederum als Enzyme oder als Strukturmaterial dienen können. Mit Hilfe der Enzyme kann das Virus seine Erbsubstanz vermehren, mit Hilfe der Strukturproteine ein Gerüst aufbauen und sich mit einer Hülle umgeben.

Aus einem werden so zwei Viren, aus zwei vier usw.:
täglich vermehrt sich das Hepatitis-C-Virus im Körper eines
Infizierten viele millionenmal. Bei den Hepatitis-C-Viren gibt es
sechs verschiedene Varianten oder Untergruppen, d.h. Viren mit leicht
verschiedenen Bauplänen, die man HCV-Genotypen nennt. Diese
Varianten entstehen durch spontane Veränderung des Erbgutes,
durch sogenannte Mutationen. Die Genotypen sind internatjonal definiert
und von 1 bis 6 nummeriert (Genotyp 1-6). Bei einigen dieser Untergruppen
unterscheidet man noch weitere Untervarianten, welche mit kleinen
Buchstaben bezeichnet werden, z.B. Genotyp 1 a oder Ib.
All diese verschiedenen Untergruppen sind Hepatitis-C-Viren, sie
unterscheiden sich aber geringfügig in ihrem Aufbau, z.B.in ihrer
Hülle. Der Nachweis von Abwehrstoffen im Blut, so genannten Antikörpern,
gegen bestimmte Viruskomponenten ist die Basis der Diagnosestellung
einer Hepatitis-C-Virus-Infektion. Das Vorhandensein von Abwehrstoffen
sagt aber nur aus, dass der Körper Kontakt mit dem Virus hatte,
lässt aber noch keine Aussage zu, ob die Infektion aktuell noch
vorhanden oder bereits überwunden ist. Erst der Nachweis von Bestandteilen
des Erbgutes des Hepatitis-C-Virus, dh. der erwähnten Ribonukleinsäure
(HCV-RNS), im Blut belegt, dass die Hepatitis-C-Virus Infektion
noch aktiv ist. Zusätzlich kann die Menge des im Blut zirkulierenden
Hepatitis-C-Virus gemessen werden, die sogenannte Viruslast.
Genotyp und Viruslast sollten bestimmt werden, da sie wesentlich
die Behandlung und die Erfolgsaussichten einer Behandlung bestimmen.