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Fragen zum Verlauf der chronischen Hepatitis C

Was geschieht, wenn die Infektion chronisch wird?

Die Hepatitis-C-Virus-Infektion dauert beim grössten Teil (über 70- 80%) der Infizierten länger als sechs Monate und wird dann als chronische Hepatitis C-Infektion bezeichnet. Die chronische Hepatitis-C-Virus-Infektion kann wie folgt verlaufen:
1. Chronische, asymptomatische Hepatitis C:
Nicht nur die Hepatitis-C-Virus Infektion bleibt länger als 6 Monate bestehen, sondern auch die Leberentzündung nimmt einen chronischen Verlauf. Die überwiegende Mehrzahl dieser Patienten spürt jahre- bis jahrzehntelang nichts von ihrem chronischen Hepatitis-C-Virus-Infekt respektive ihrer chronischen Leberentzündung. Zwei Verlaufsformen können unterschieden werden: Chronische Hepatitis C mit normalen Transaminasen (bei 30-40% der Infizierten mit chronischer Hepatitis C). Eine Gewebeprobe aus der Leber (Leberbiopsie) zeigt dabei meist eine nur wenig ausgeprägte chronische Entzündung mit fehlender oder nur ganz geringer Vernarbungstendenz (Cirrhose). Diese Form der chronischen Hepatitis-C-Virus-Infektion verläuft, soweit wir heute wissen, in aller Regel mild und wird kaum je zu einer relevanten Beeinträchtigung der Lebensqualität respektive des Überlebens führen.
2. Chronische Hepatitis C mit erhöhten Transaminasen.
Bei der Mehrzahl der chronisch Hepatitis-C-Virus-Infizierten (60-70%) sind die Leberwerte im Blut (Transaminasen) aber leichtgradig und im Verlauf oft stark schwankend erhöht. Eine Gewebeprobe aus der Leber (Leberbiopsie) zeigt eine chronische Entzündung unterschiedlicher Ausprägung und mit unterschiedlicher Vernarbungstendenz. Das Ausmass der Erhöhung der Leberwerte im Blut (Transaminasen) stimmt dabei nur schlecht mit dem Ausmass der Entzündung respektive der Vernarbungstendenz im Lebergewebe (Leberbiopsie) überein. Die chronische Hepatitis C kann bei einem Teil der Patienten innerhalb von Jahren bis Jahrzehnten zur Narbenleber (Leberzirrhose) führen: Innert 20 Jahren entwickeln circa 20% der chronisch Hepatitis-C-Infizierten eine Leberzirrhose. Auch die Leberzirrhose verursacht anfänglich oft noch keine Beschwerden. Erst im fortgeschritteneren Stadium kann die Leberzirrhose zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen: Es können Bauchwassersucht (Aszites), Blutungen aus Krampfadem in der Speiseröhre (Varizen), Hirnleistungsschwäche und Leberversagen auftreten. Solche Komplikationen treten innert 5 Jahren bei circa 20% der Patienten mit Hepatitis-C- bedingter Leberzirrhose auf. Schliesslich kann bei einem kleinen Teil (circa 1-2% pro Jahr) der Patienten mit Hepatitis-C-Virus-bedingter Leberzirrhose ein Leberkrebs (hepatozelluläres Karzinom) entstehen. Auch nach Jahrzehnten muss also nicht jede chronische Hepatitis-C-Virus Infektion zu einer für den Infizierten bemerkbaren Krankheit führen. Eine Leberzirrhose kann sich entwickeln, ohne dass der Betroffene etwas spürt. Beides ist wichtig, wenn es um Entscheidungen betreffend weiterer Abklärungen oder Untersuchungen und eine mögliche medikamentöse Behandlung geht.
3. Chronische, symptomatische Hepatitis C.
Die chronische Infektion kann gelegentlich zu einer Beeinträchtigung der Lebensqualität (vor allem durch Müdigkeit und Leistungsschwäche) führen, seltener auch zu anderen Beschwerden, wie sie auch im Rahmen einer akuten Hepatitis C auftreten können. Solche Beschwerden können in Wochen bis Monate dauernden Schüben auftreten oder mehr oder weniger dauernd vorhanden sein Der Schweregrad solcher Symptome lässt keine Rückschlüsse auf den Krankheitsverlauf zu.